SPD Kalchreuth

Kinder: „Unser köstlichstes Gut“ in Bildungsnöten

Landespolitik

„Kinder – Armut – Bildung“ – dies war das Thema einer Veranstaltung des Arbeitskreises Kirche und SPD Erlangen-Höchstadt, von Bildung Evangelisch Erlangen und der Katholischen Erwachsenenbildung Erlangen-Höchstadt im katholischen Pfarrsaal in Uttenreuth.

Schon mit ihrem Eingangsstatement machte Landtagskandidatin Alexandra Hiersemann die Brisanz deutlich: In keinem anderen Bundesland ist der Zusammenhang von Bildungschancen und dem Geldbeutel der Eltern so eklatant wie im reichen Bayern. Fehlende Bildungschancen werden in Bayern vererbt. „Dies, obwohl in der Bayerischen Verfassung ausdrücklich die Kinder als unser köstlichstes Gut bezeichnet werden. “
Dr. Ludwig Markert, Präsident des Diakonischen Werkes Bayern, sprach sogar von einem Skandal für ein so reiches Land wie Deutschland, dass nach einer EU-Studie 20% der Schulabgänger in Deutschland als bildungsarm zu bezeichnen sind.
Von seinen Erfahrungen als Konrektor der Erlanger Pestalozzischule ging Mathias Kiehn aus und warnte davor zu glauben, dass die Bildungsarmut einfach damit zu beheben sei, den Eltern mehr Geld zu geben. Denn es seien nicht selten die Eltern, die falsche Prioritäten setzten oder auch nicht immer in der Lage seien, gerade im Bildungsbereich Hilfen wahrzunehmen. Deswegen brauche es konkrete Hilfe: Ganztagsschulen müssen ausgebaut werden und Kinder mit Migrationshintergrund viel intensiver gezielt gefördert werden.
Landtagsabgeordneter Wolfgang Vogel sprach von einem deutlichen Paradigmenwechsel in der Gesellschaft: Bildung wird wie vieles andere zur Handelsware für den, der sich diese leisten kann. „Der Konsens, dass Bildung allen kostenfrei zur Verfügung stehen soll, wird durch die Einführung von Studiengebühren in den unionsregierten Bundesländern in Frage gestellt.“ Bildung ist ein gesellschaftliches und kein ökonomisches Gut. Dem konnte sich auch der katholische Dekan Josef Dobeneck aus der Sicht der katholischen Soziallehre durchaus anschließen.

Um der Spirale von Armut und Bildung zu entkommen, braucht es, so wurde in der Diskussion mehrfach formuliert, langfristige und umfassende Konzepte. Dazu gehören mehr Krippenplätze und Frühförderung, Ganztagsschulen, mehr Differenzierung im Unterricht und Abschaffung der frühen Weichenstellung nach der vierten Klasse, intensivere Elternbegleitung und Einbeziehung des sozialen Umfelds. Das kostet auch Geld. Aber es sei sinnvoller, das Geld hier einzusetzen als bei späteren Reparaturmaßnahmen missglückter Schullaufbahnen, so der evangelische Dekan Peter Huschke. Dazu aber müsste deutlich werden, dass es im ureigenen Interesse einer Gesellschaft liegen muss, in die Bildung der jungen Generation zu investieren.

 

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Monika Bentz

 

Christian Pech Landratskandidat